Christiane Kubrick's Website
Ich möchte all jenen danken, die so freundlich waren, meiner Familie und mir ihre Anteilnahme auszusprechen und uns ihre Gedanken und Erinnerungen an Stanley mitzuteilen.
Ich beabsichtige, auf dieser Website die Gelegenheit zu nutzen, die Wahrheit über Stanley zu erzählen und die Unwahrheiten zu berichtigen - wenigstens die größten. Es ist aber angebracht, Ihnen zu sagen, daß dies keine Chatline ist.
Ich möchte mich kurz näher vorstellen.
Mein Name ist Christiane Kubrick.
Mein Mädchenname war Christiane Susanne Harlan und mein Künstlername war Susanne
Christian.
Ich gab die Schauspielerei auf und habe die letzten 40 Jahre als Malerin gearbeitet.
1958 heiratete ich Stanley.
Wir waren 41 Jahre verheiratet.
Sollte eine Zeit kommen, in der ich mehr sagen möchte, werde ich es tun.
Hiermit möchten wir bekanntgeben, daß die Veröffentlichung von Frederic Raphaels Buch "Eyes Wide Open" weder von Stanley Kubrick noch von denen, die ihm nahe standen, oder von Warner Bros. jemals in irgendeiner Weise unterstützt worden ist.
Mr. Raphael wurde engagiert, um ein Drehbuch zu schreiben. Das tat er in Zusammenarbeit mit Stanley, der ihm vertraut hat und sich ihm (laut Mr. Raphael) anvertraut hat. Dieses Vertrauen hat Mr. Raphael mißbraucht, und diese Vertraulichkeit, die man allgemein als normale Verpflichtung zwischen Profis ansehen würde, hat er mißachtet. Denn nur wenige Tage nach Stanleys Tod hat Mr. Raphael die Veröffentlichung seiner Memoiren angekündigt. Über seinen Literaturagenten hat Mr. Raphael mindestens einem potentiellen Verleger (wenn nicht mehreren) den falschen Eindruck vermittelt, daß sein Buch von Stanleys Familie und seinen Freunden autorisiert ist und gutgeheißen wird. Der Zeitpunkt der Buchveröffentlichung wurde offenkundig gewählt, um das wachsende Interesse der Öffentlichkeit unmittelbar vor der Premiere des Films "Eyes Wide Shut" auszunutzen.
Mr. Raphael äußert sich über den Gegenstand seines Buches zwar mit Anerkennung und einer gewissen Zuneigung, doch wir sind der Überzeugung, daß er Stanley in Wirklichkeit verunglimpft und jenen, die ihn gut kannten, ungerechtfertigterweise Leid zugefügt hat.
Es war Mr. Raphael bekannt, und er bestätigt in seinem Buch, daß Stanley auf seine Privatsphäre großen Wert legte. Im Gegensatz dazu zeigt er mit der Veröffentlichung seines Buches - angeblich im Interesse der Kunst - daß er diese Privatsphäre tatsächlich nicht respektiert. In seinem Buch schreibt Mr. Raphael: "…obwohl ich das nie ausnutzen würde, waren wir jetzt enge Freunde geworden". Ob sie "enge Freunde" waren oder nicht, ist eine Sache. Aber andere werden darüber entscheiden, ob er seine Beziehung zu Stanley tatsächlich ausgenutzt hat.
Was schließlich Stanleys Familie angeht, so zeigt die Analyse seiner Persönlichkeit, wie Mr. Raphael sie darstellt, keinerlei Ähnlicheit mit dem Mann, den wir so gut kannten und so sehr liebten.
Mit dieser öffentlichen Stellungnahme gehen wir bewußt das Risiko ein, für Mr. Raphaels Buch zusätzlich zu werben. Aber unserer Meinung nach können wir es nicht zulassen, daß unser Schweigen als Zustimmung zu seinen Ansichten und Behauptungen aufgefaßt werden könnte.